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Marktgemeinde Poggersdorf

Filialkirche Eiersdorf

Die Filialkirche St. Ruprecht in Eiersdorf

Sie erhebt sich am Ostrand des unregelmäßigen Haufendorfes auf einem kleinen felsigen Hügel in idyllischer Lage. Der in den Grundmauern des Langhauses romanische, also zumindest ins 13. Jahrhundert zurückreichende Bau ist im letzten Viertel des 15. Jahrhunderts weitgehend neu errichtet und in den neunziger Jahren des 20. Jahrhunderts gründlich restauriert worden. Er besteht aus der anmutigen Vorhalle der Spätrenaissance mit offenen Bögen, von denen der westliche wegen der drei darüber angebrachten vertieften Felder für Malereien (ein querovales, das von zwei rechteckigen eingefasst wird) ähnlich wie am Linsenberg niedriger ausgeführt wurde. Daran schließt das kurze Langhaus und weiter der polygonal schließende Chor an; nördlich wurde zwischen beiden im frühen 16. oder 17. Jahrhundert ein schlanker hoher Turm mit Spitzbogenfenstern und einem besonders steilen Pyramidendach errichtet.


Filialkirche

Wie in Wabelsdorf wird auch hier die Außenwirkung durch die bei der letzten Restaurierung erneuerten Eckbemalungen mit Lang- und Kurzwerk an der Vorhalle und am Turm bestimmt. Der Keilstein des westlichen Vorhallenbogens trägt die aufgemalte Jahreszahl 1626 (vgl. Poggersdorf und Linsenberg). Das Langhaus besitzt an der Südseite noch einen verhältnismäßig gut erhaltenen Christophorus um 1520; zwischen den spitzbogigen, von gemalten Lilien gezierten Chorfenstern stehen Runddienste auf einem Sockelgesims. In der kreuzgratgewölbten Vorhalle erhebt sich neben dem kräftig profilierten Eselsrückenportal aus dem frühen 16. Jahrhundert der für Kärnten typische mächtige Opferaltar mit Ornamentmalerei.

Ein spätgotisches Netzgewölbe überzieht sowohl das dreijochige Langhaus als auch den gleichfalls dreijochigen Chor, doch sind beide durch einen stark eingezogenen, auch abgefasten Triumphbogen voneinander getrennt. Das erste Langhausjoch wird von einer mächtigen gemauerten Orgelempore auf zwei ungleich breiten und hohen Spitzbögen eingenommen, da sich an der Nordseite der gemauerte Emporenaufgang befindet. Das Steinmetzzeichen auf einer Chorkonsole lässt die gleiche, wohl vom Propst von Völkermarkt (Tainach) beauftragte Bauwerkstätte wie in Wabelsdorf vermuten. Von den Langhausfresken hat nur die Anna Selbdritt über der nördlichen Seitenschiffmensa um 1480 überlebt, eine Pietà (Beweinung) Mariä mit Johannes als Begleitfigur aus der gleichen Zeit wurde bei der Trockenlegung der Kirche 1973 zerstört. Auch am Chorgewölbe sind Freskenreste entdeckt, aber nicht dauernd freigelegt worden.

Der Hochaltar in strengem Schwarzgold, von dem sich die grünmarmorierten zwei Säulenpaare dezent abheben, zeigt in der Mittelnische eine Sitzfigur des Kirchenpatrons Rupert, einen der Hauptheiligen des Erzbistums Salzburg, dem auch die Propstei Völkermarkt unterstand. Die Statue mit dem Salzfass als typischem Attribut Ruperts wird als Werk der sogenannten „Nikelsdorfer“ Werkstätte um 1525/30 beurteiltDer rechte, 1683 datierte Seitenaltar in Grünlüsterfassung mit gesprengtem Segmentbogenaufsatz, Knorpelwerkskartusche und seitlicher Knorpelwerksumrahmung zeigt als Hauptfigur eine Statue der „Augenheiligen“ Ottilie und im Aufsatz ein von Engeln eingefasstes Madonnenbild.

Neben dem Altar steht eine spätgotische Statue des Kirchenpatrons Ruprecht (um 1480), vermutlich vom alten Hochaltar, daneben eine volksbarocke Statue der heiligen Luzia mit den gleichen Attributen wie Ottilie (Augenpaar). Der linke Seitenaltar wurde abgetragen, um dahinter das freigelegte Fresko der heiligen Anna Selbdritt aus der Bauzeit der Kirche sichtbar zu machen. Am Altar steht heute eine bekleidete volksbarocke Madonna aus Tainach, davor eine anmutige Anna Selbdritt.
Zu beachten sind die heute auf Konsolen im Chor aufgestellten, merkwürdig langgestreckten und ihrer alten Fassung beraubten Statuen der Erzdiakone Laurentius und Stephan aus dem Frühbarock.
. Im Aufsatz befindet sich eine Statuette des Evangelisten Johannes mit dem Kelch, flankiert von einem Engelpaar.

Quelle: Texte/Bilder: Gemeindechronik, Wilhelm Deuer

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